11. Zum PolarkreisChena Hot Springs / AK nach Artic CircleWir sind unterwegs zum Polarkreis. Von den hot springs sind wir zurück nach Fairbanks / AK gefahren und dort auf den Dalton - Highway. Er verbindet Fairbanks mit Prudhoe Bay / AK und man hat nur zweimal die Möglichkeit zu tanken. Wenige Kilometer hinter Fairbanks endet die befestigte Straße, wir kämpfen wieder einmal mehr mit einer gravel road. Da die Straße hauptsächlich von LKWs für den Transport benutzt wird, sind die Schlaglöcher und Rillen besonders tief und häufig. Wir schleudern und springen eher, als dass wir rollen. Aber was soll es. Eigentlich wollte ich bis ganz hoch zum Arktischen Ozean fahren, aber dafür werde ich angesichts der Straßenverhältnisse keinen mehr gewinnen können. Anfangs führt die Strecke durch bergiges Land mit immer kleiner werdenden Krüppelkiefer und - fichten. Dann ist auf einmal Schluss und die Tundra beginnt. Nur noch niedrige Büsche, Flechten und Moose bedecken das nun flache Land. Irgendwie erinnert das an eine Mondlandschaft oder daran, wie man sich den Mond vorstellt. Der Raum wirkt scheinbar tot, Tiere sind nicht zu sehen - nur Weite und Leere. Die Straße verläuft die gesamte Strecke parallel zur Trans Alaska Pipeline.
Öl hätten wir also genug direkt neben der Straße, aber leider brauchen wir kein Öl, sondern einen neuen Reifen. Kurz nachdem wir den mächtigen Yukon River überquert haben, wollen wir eigentlich nur eine schnelle Pause machen, als Steffi bemerkt, dass uns der hintere Reifen geplatzt ist. Gewartet haben wir darauf bei diesen Straßen schon lange und nun ist es passiert, aber zum Glück direkt vor einer Tankstelle. Ob da jemand Nägel gestreut hat? Wir lassen den Reifen reparieren und überqueren wenig später den Polarkreis - 66°33'. Berauschend, so hoch im Norden zu sein. Wir treffen einen trailer mit 3 netten, aber doch wunderlichen Männern. Sie laden uns auf reichlich Bier und Jack Daniels an ihr Lagerfeuer ein. Wir nehmen die Einladung an und verbringen den Abend zusammen am Lagerfeuer. Je später der Abend, desto fürsorglicher werden sie. Zuerst bewirten sie uns mit selbst gefischtem Heilbutt, dann wird reichlich Bier ausgeschenkt und zu guter Letzt stecken sie uns auch noch eine Art Signalleuchte für den Notfall zu. Es ist nach Mitternacht, als wir zum Zelt gehen und immer noch ist ein roter Streifen am Horizont zu sehen. Die Sonne geht zu dieser Zeit, an diesem Ort gar nicht so richtig unter. Wir sind am nördlichsten Punkt unserer Reise und die Nacht wird auch besonders kalt. Am nächsten Morgen fahren wir dieselbe Strecke nach Fairbanks zurück. Sehr viele Straßen gibt es in Alaska eben nicht! |