13. Alaskas größte Metropole
Denali NP nach Anchorage / AK
Nur 60 km vor Anchorage, im heruntergekommenen Willow State Park, haben wir heute übernachtet und sind deshalb schon gegen Mittag in der größten Metropole Alaskas. Bereits 1778 erforschte der britische Kapitän James Cook auf der vergeblichen Suche nach der Nordwestpassage das später nach ihm benannte Cook Inlet. Anchorage' Gründung am Ende der tief ins Land reichenden Bucht Cook Inlet im Jahre 1915 geht ausnahmsweise nicht auf Goldsucher zurück; Pate stand vielmehr die Alaska Railroad. Danach profitierte Anchorage sowohl von der landwirtschaftlichen Erschließung des Matanuska Valley als auch von Ölfunden im Cook Inlet und in den siebziger Jahren vom Bau der Alaska Pipeline. Mit rund 250.000 Einwohnern, der halben Gesamtbevölkerung des Staates, ist Anchorage die größte Stadt Alaskas neben Fairbanks und Juneau, der eigentlichen Hauptstadt. Wir laufen ein wenig durch downtown, das aber eher einer großen Tourimeile ähnelt. In den meisten Souvenirläden wird man überhäuft von On Sale - Angeboten und wir lassen uns auch zu ein paar Käufen hinreißen. Das Wetter ist hier an der Küste trüb und regnerisch. Deshalb verziehen wir uns in das wärmere Anchorage Museum of History and Art. Eigentlich kostet der Eintritt $ 5, aber wir gehen einfach so durch. Wie der Name schon sagt, erfährt man hier einiges über die Geschichte des Staates anhand von anschaulichen Tafeln, Vitrinen und Schaubildern, höchst informativ und abwechslungsreich gestaltet. |
Die Zeit vor Ankunft der Weißen in Alaska liegt im Dunkel. Von den Ureinwohnern ist wenig mehr überliefert, als die Bezeichnung, die sie dem Festlandsausläufer gaben: Alyeska, ein Wort der Aleuten - Indianer für "mächtiges Land". Der Däne Vitus Bering, von Peter dem Großen mit der Suche nach einer vermuteten Landbrücke von Sibirien nach Amerika beauftragt, musste 1728 zunächst feststellen, dass Russland und Amerika durch eine Meerenge, die später nach ihm benannte Beringstraße, getrennt sind. Eine zweite Großexpedition erreichte 1741 die Inselkette der Aleuten und nordamerikanisches Festland am Golf von Alaska. Bering nahm den Küstenstreifen "für den Zaren in Besitz". Die erste Besiedlung Alaskas ab 1784 blieb russischen Trappern und Pelzhändlern vorbehalten. Das Interesse der Russen an Alaska beschränkte sich im wesentlichen auf die Pelztiere. Eine gnadenlose Jagd führte aber bald zur fast vollständigen Ausrottung der Seeotter und zu einer erheblichen Dezimierung anderer Arten. Da deshalb die Kolonie ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht nur keinen Ertrag mehr für die Zarenkrone abwarf, sondern sogar hohe Kosten verursachte, wurde Alaska international zum Verkauf angeboten. Der amerikanische Außenminister Seward unterschrieb 1867 den Vertrag: Alaska ging für die aus heutiger Sicht lächerliche Summe von 7,2 Mio Dollar (weniger als $ 5 pro km²!) an die Vereinigten Staaten. Trotz des günstigen Preises spottete man in den USA zunächst über Sewards "Eiskasten", aber nur 13 Jahre später sollte sich die öffentliche Meinung gründlich ändern. 1880 fand Joe Juneau Gold, wo heute die nach ihm benannte Hauptstadt steht. 18 Jahre später folgte der legendäre Klondike Goldrush. Zehntausende von Goldsuchern machten im Winter 1897/98 die Hafenstadt Skagway zur größten Stadt Alaskas, als sie von dort ins benachbarte Yukon Territory strömten. Als 1898 auch in Nome Gold gefunden wurde, drängte es 30.000 Goldsucher sogar in den äußersten Westen Alaskas. Die Jahre des Goldrausches blieben aber eine kurze Episode. Im Kalten Krieg kam Alaska eine strategische Bedeutung gegenüber der Sowjetunion zu und seine Konstituierung als 49. US - Bundesstaat war nur eine Frage der Zeit und erfolgte 1959.
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Den Abend auf dem Golden Nugget Campground versüßen wir uns mit einer großen, von Daniel spendierten Sahnetorte, köstlich und völlig sättigend, so dass wir das Abendessen ausfallen lassen. Da es regnet, flüchten wir ins Zelt und "Zwickern" uns in den Schlaf, nachdem wir ausgiebig die warmen Duschen in Anspruch genommen haben.
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