16. Auf ewigem Eis

Anchorage / AK nach Glennallen / AK

Wir hätten es kaum für möglich gehalten, aber kurz vor Anchorage scheint die Sonne wieder. Bei einem Pizza Hut all - you - can - eat schlagen sich die Jungs die Bäuche voll und in bester Kauflaune begeben wir uns ins Diamond Center. $ 13 geben wir für eine Stunde Bowling aus. Eine gelungene Abwechslung nach soviel Natur, Wald und Einsamkeit. Michael investiert in ein Paar weiße Sportschuhe und Daniel in eine Benzinlaterne. Beide Errungenschaften werden am gleichen Abend noch auf dem Zeltplatz ausprobiert. Michaels Schuhe leuchten im Dunkel fast genauso hell wie Daniels Laterne. Die warmen Duschen tun ihr übriges für unsere kranken Glieder und wir befinden uns nach einer erholsamen, nicht allzu kalten Nacht auf dem Weg der Besserung.

Zum Frühstück gibt es bacon [ dünngeschnittene Speckstreifen, die kross gebraten werden] auf Toastbrot - ein Gedicht. Die Gebühr für den Zeltplatz haben wir vor lauter Freude gleich geprellt. Es war niemand da, der unser Geld wollte. Heute ist noch eine Premiere, denn wir fahren zum ersten Mal auf dieser Reise in östliche Richtung. Auf dem Glenn - Highway fahren wir durch das Matanuska Tal. Es ist ein weites Tal mit dichtem Wald und die Gipfel der Berge rechts und links sind weiß vom Schnee. Höhepunkt der Fahrt ist der Matanuska Gletscher, für den wir leider $ 6 pro Person Eintritt zahlen müssen. Doch das Geld hat sich zweifelsohne gelohnt. Man kann direkt bis an die Gletscherzunge ranfahren und dann einem spärlich beschilderten Pfad über das Eisfeld folgen. Irgendwann verliert sich die Beschilderung und wir beschließen auf eigene Faust weiter zu gehen. Wir haben nichts weiter als Wanderschuhe und halbwegs warme Kleidung an, klettern Eisberge nach oben und rutschen sie auf dem Hosenboden wieder runter. Jahrtausende altes Eis umgibt uns, nichts als Eis und blauer Himmel. Wir wollen unbedingt zu einer der Gletscherspalten, können uns aber nur mit Mühe auf dem rutschigen Eis bewegen. Bei einer kurzen Pause bemerken wir eine Gruppe Gletscherwanderer, die mit Eispickel und Steigeisen ausgerüstet sind. Sollten wir etwas unvorbereitet an die Sache gegangen sein? Ist es gefährlich? Fakt ist, dass wir höllisch aufpassen müssen, um nicht auszurutschen. Manchmal geht es etliche Meter steil nach unten und da hinunter zu fallen könnte ernsthafte Folgen haben. Irgendwann sind wir an der Spalte und haben von oben einen herrlichen Blick auf den tiefblauen Gletschersee. Das war das Risiko wert. Nun bloß noch heil zurück zum Auto. Nach 3 Stunden verlassen wir den Gletscher. Es ist schon beeindruckend in so einem großen "Kühlschrank" herum zu laufen. Kurz nach Glennallen zelten wir auf einem staatlichen Zeltplatz in einem kleinen Wäldchen. Michael kocht Nudeln in feiner Pilz - Tomaten Soße und mit den eisigen Eindrücken des Gletschers wärmt das Lagerfeuer gleich noch mal so gut.