28. Welcome to Marlboro CountryPrice / UT nach Denver / CODer letzte Reisetag liegt vor uns, als wir verschlafen aus unseren Schlafsäcken kriechen. Heute Abend müssen wir in Denver sein, denn in 3 Tagen geht unser Flug zurück nach Deutschland. Auf geht es! Die ersten Kilometer fahren wir noch auf der 278 durch typisches Utah - Land, so wie man es eben aus der Werbung kennt; strahlend blauer Himmel, weite, trockene Ebenen und vereinzelte, rot - zerklüftete Felsen, die aus der Ebene emporragen. Wir jagen den Hwy entlang bis wir auf die I - 70 stoßen. Überall sind Autos, Motorenlärm, Dreck, Abgase - wir sind das alles gar nicht mehr gewohnt. Auf der Karte entdecke ich den Arches Nationalpark, der nur 60 km von der Straße entfernt liegt und weil eigentlich noch keiner von uns zurück will, ist der Abstecher beschlossene Sache. Es soll der krönende Abschluss sein, das letzte highlight - und das wird es dann auch! Am Parkeingang ist ziemlich viel los und wir haben schon Angst, dass man uns nicht rein lässt. Aber wider Erwarten geht es relativ rasch. Schon die ersten Meter der leicht ansteigenden Straße versprechen einiges und was sich uns danach bietet, ist atemberaubend. Bizarre Felsformationen, zerklüftetes Gestein, meterhohe Steilwände, Staub, Hitze und nur vereinzelte Hartlaubgewächse lassen das felsige Terrain nicht ganz leblos erscheinen. Weltweit berühmt ist der Park für seine windgeformten Felsenbögen. Jeder, der eine Marlboro oder Mars Werbung kennt, weiß wovon wir reden. Leider haben wir sehr wenig Zeit. Uns bleiben nur drei kurze Spaziergänge durch diese berauschende Landschaft. Am beeindruckendsten ist ohne Frage der Delicate Arch. Doch nicht nur das Gestein lässt uns staunen, sondern auch kleine Kakteen, die rechts und links des Pfades zu sehen sind. Michael kann sogar eine kleine Echse fotografieren. Im Bereich des Devil Garden wandern wir zum Landscape Arch. Er ist einer der weltweit längsten Bögen mit einer Spannbreite von 93 m. Leider ist der Wanderweg unter diesem Bogen hindurch gesperrt, da 1991 ein 20 m langes Felsstück abgebrochen ist. Es besteht Einsturzgefahr und macht deutlich, wie kurzlebig aus geologischer Sichtweise diese Windformen sind. Die Natur verändert ständig ihr Gesicht. Für den Rückweg wählen wir eine Straße entlang des Colorado Rivers. Die Straße verdient mindestens drei Sternchen! Durch das schmale Flusstal schlängeln wir uns vorbei an Felsvorsprüngen und hin und wieder kommen wir an einigen Farmen vorbei. Der Fluss wird von etlichen Kanufahrern genutzt und angesichts der Hitze können wir sie um das kühle Nass nur beneiden. Aber unsere Zeit ist vorbei. Erst gegen 15.30 Uhr sind wir von unserem letzten Abstecher zurück auf der interstate und haben noch 500 km bis Denver vor uns. Das heißt Gaspedal durchdrücken und rein ins Gewühl. Das Ziel und der Abschluss unserer Reise hätte nicht unterschiedlicher sein können - vom Polarkreis in Alaska in die trockenen Gebiete in Utah! Wahnsinn. Die Fahrt nach Denver zurück ist überaus panoramareich, denn sie führt direkt durch die amerikanischen Rocky Mountains. Wir können nur aus den Fensterscheiben hinaus staunen, aber so richtig aufnehmen können wir die allerletzten Eindrücke wohl doch nicht mehr so ganz. Wir haben viel gesehen, viel erlebt und sind um viele Eindrücke reicher. Um 19.30 Uhr sind wir an der Stadtgrenze von Denver und schlagen uns durch unendlich viel Verkehr bis zur Cherry Creek Recreation Area durch. Nach kurzer Suche auf dem Zeltplatz finden wir unsere Biker, Stefan und Martin, von denen wir uns vor fast 7 Wochen hier getrennt hatten. Es gibt ein großes Hallo und die Begrüßung ist wirklich herzlich. Jeder ist froh den anderen wiederzusehen. Obwohl es schon später Abend ist, werden die Kocher ausgepackt und ein Begrüßungsmahl zubereitet. Die besten Reisegeschichten werden erzählt, manche Panne und lustige Zufälle. Erst weit nach Mitternacht hauen wir uns aufs Ohr und müssen erst einiges im Kopf ordnen, bevor wir einschlafen können. |